Am 8. September ist Welt-Physiotherapie-Tag. Das diesjährige Motto: Gesundes Altern – aktiv und selbstbestimmt leben. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Prävention von Gebrechlichkeit und Stürzen – Themen, die angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger werden.
Unsere Bevölkerung wird älter – warum Prävention so wichtig ist
Schon heute ist jede zweite Person in Deutschland älter als 45, jede fünfte älter als 66 Jahre. Während die gesamte Bevölkerung zwischen 1991 und 2024 um etwa 3,3 Millionen Personen gewachsen ist, ist im gleichen Zeitraum die Zahl der 65-Jährigen und Älteren um 7,0 Millionen auf 19,0 Millionen deutlich schneller gestiegen. Besonders stark wächst die Gruppe der Hochbetagten (Menschen ab 85 Jahren): von 1,2 Millionen im Jahr 1991 auf 3 Millionen im Jahr 2024.
Aufgrund des demographischen Wandels und der steigenden Lebenserwartung wird der Anteil älterer Menschen in den nächsten Jahrzehnten weiter steigen.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Gebrechlichkeit, Stürze und chronische Erkrankungen. Fast 10 % der Menschen ab 65 Jahren berichten, im letzten Jahr mindestens einmal gestürzt zu sein. Stürze sind nicht nur schmerzhaft, sondern können die Lebensqualität langfristig einschränken – z. B. durch Krankenhausaufenthalte, Verlust an Selbstständigkeit oder soziale Isolation.
Physiotherapie unterstützt die Selbständigkeit im Alter
Durch Aufklärung, Anleitung und gezielten Übungen für Kraft, Beweglichkeit oder Gleichgewicht unterstützen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten Menschen dabei, ihre Gesundheitsressourcen zu stärken, Stürze zu vermeiden und ihre Lebensqualität zu erhalten sowie zu fördern.
Bewegung ist Medizin – und sie wirkt in jedem Alter.
Dr. Herchenröder, Generalsekretärin Physio Deutschland
Bewegung ist die wirksamste Maßnahme, um altersbedingten degenerativen Prozessen und Stürzen vorzubeugen. Sie stärkt unsere Muskeln und Knochen, fördert das Herz-Kreislauf-System, verbessert das Gleichgewicht und unterstützt die geistige Gesundheit.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Erwachsene – auch im höheren Alter:
- 150 bis 300 Minuten mäßig moderate aerobe körperliche Ativität (z. B. Gehen, Radfahren) pro Woche oder
- 75 bis 150 Minuten intensive aerobe körperliche Aktivität (z. B. Joggen, Aerobic) pro Woche und
- Zusätzlich mindestens 2 Mal pro Woche Krafttraining und 3 Mal pro Woche Gleichgewichts- und Koordinationsübungen
(Kraft-)Training zur Sturzprophylaxe
Unsere Muskeln brauchen Training – und das regelmäßig und ein Leben lang. Es ist daher nie zu spät, mit dem Krafttraining zu beginnen! Mit individuell angepassten Trainingsprogrammen unterstützen wir Sie dabei, Ihre muskuläre Leistungsfähigkeit zu verbessern, degenerativen Prozessen entgegenzuwirken und Ihre Autonomie im Alltag zu fördern.
5 Vorteile von Krafttraining im Alter
- Weniger Risiko für Stürze
- Mehr Beweglichkeit und Stabilität
- Vorbeugung von Muskel-Skelett-Erkrankungen und Osteoporose
- Mehr Lebensqualität und Selbstvertrauen
- Selbstständigkeit bis ins hohe Alter
Physiotherapie bietet Impulse – Sie schaffen Gewohnheiten
Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, die eigene Gesundheit aktiv zu fördern. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten können ein Bewusstsein schaffen, wertvolle Impulse vermitteln, Übungen anleiten und motivieren. Entscheidend ist jedoch der Tansfer in den Alltag, d. h. Anregungen in bestehende Bewegungs- und Verhaltensmuster zu integrieren, Bewegungsroutinen zu etablieren – und vor allem: dranzubleiben. Starten Sie heute!
Haben Sie Fragen zu einem Trainingsprogramm oder möchten Sie mehr über Sturzprävention erfahren? Sprechen Sie uns an – wir unterstützen Sie gerne!
Weitere Informationen und Hintergründe finden Sie hier:
Physio Deutschland: Was ist gesundes Altern?
Robert-Koch-Institut: Stürze (ab 65 Jahren)
